Mulegns

Gemeinde Mulegns
Gemeinde Mulegns

Mulegns liegt in der Talenge am Zusammenfluss des Fallerbachs und der Julia auf knapp 1500 m ü. M. Die Julierstrasse drängt sich durch die Hausreihen.

Mulegns war neben Churwalden und Tiefencastel die dritte Ortschaft, in welcher die Pferdegespanne gewechselt wurden. Bis zu 150 Pferde konnten in den grosszügigen Stallungen untergebracht werden. Das markante Hotel Löwen mitten im Dorf steht als Denkmal für die längst verflossene Postkutschenzeit. Nach der Eröffnung der Albula Bahnlinie im Jahr 1903 verloren die meisten Einwohnerinnen und Einwohner in Mulegns ihre Existenzgrundlage, was sich im Rückgang der Einwohnerzahlen niederschlug. Waren um 1900 noch beinahe 150 Personen in Mulegns wohnhaft, so reduzierte sich diese Zahl auf heute weniger als 30 Personen.

Aus dem Jahr 1643 stammt die barocke Kirche St. Franziskus. Wegen verschiedener Dorfbrände existieren in Mulegns kaum historische Akten. Man darf annehmen, dass der Namen Mulegns (rom. Bezeichnung für Mühle) auf einen Müllereibetrieb am Fallerbach zurückgeht. Das Wappen zeigt ein schwarzes Mühlrad über einem blauen Wellenbalken, das den Fallerbach symbolisiert. Bis 1943 wurde die deutsche Bezeichnung Mühlen als offizieller Name gebraucht. Das Dorf Mulegns wurde von den Walsern im 15. Jahrhundert gegründet, 1521 wurde es urkundlich erstmals erwähnt. Der ursprüngliche Siedlungsschwerpunkt lag jedoch in der Val Faller. Dort baute man von 600 bis 500 v. Chr. Kupfer ab und betrieb Schmelzöfen. Die Walser siedelten dort bereits im 13. Jahrhundert. Als bischöfliches Lehen ist Faller erstmals 1315 belegt.